Die Blue Wonder Jazzband gibt es seit 1975. Seit Anfang an spielt sie in unveränderter Besetzung:
Manfred Böhlig (tp)
Gert Müller (tb,arr)
Frank Geipel (ss,as,ts,voc)
Lutz Rethberg (p)
Klaus-Georg Eulitz (bj,voc,ld)
Dietmar Bazant (tu)
Lutz Käubler (dr, wb,voc)
Auf ihrer Website www.blue-wonder-jazzband.de wird die Geschichte der Band beschrieben, ihre 10 CDs (mit Tonproben und sämtlichen Cover-Texten) vorgestellt, und es gibt einen Terminkalender.
Für ihre jüngste CD „Rückblick“ schrieb der Jazz-Experte Karlheinz Drechsel das folgende Grußwort:
„Die Glorreichen Sieben“ – wer erinnert sich nicht an diesen grandiosen amerikanischen Western? Aber die Story ist frei erfunden. Ich denke, die wahren „Glorreichen Sieben“ sind die Musikanten der im Januar 2015 vierzigjährigen Dresdner BLUE WONDER JAZZ BAND. Sie agieren hochlebendig im Hier und Heute und beweisen immer wieder aufs Neue, auf welch hohem künstlerischen Niveau sie als Interpreten des „Klassischen Jazz“ stehen. Es mischen sich Überraschung mit Begeisterung, erlebt man die urwüchsige Spielfreude der Band, ihre Vitalität, Energie und musikalische Souveränität, wobei selbst anspruchvollste Arrangements (etwa Duke Ellington´s „Rockin´ in Rhythm“) nicht nur verblüffend ungezwungen, sondern -wie für die Band üblich- auch „aus dem Hut“ (ohne Notenhilfe) gespielt werden. Nicht zu vergessen die Besonderheit des exzellenten dreistimmigen Gesangs auf den Spuren der einstmals sensationellen Rhythm Boys. Die von Gert Müller konzipierten Band-Arrangements bilden das Salz in der BWJB-Musik, sind sie doch interessanterweise einerseits an den historischen Plattenaufnahmen (Ellington, Morton, Oliver, Armstrong u.a.) orientiert, aber beinhalten andererseits auch viel Eigenes und Neues, womit der reichlich abgenutzte Begriff „originelle Neubearbeitung“ voll zutrifft.
Die SIEBEN (1975 Absolventen/Doktoranden der TU Dresden) haben als autodidaktisch (!) gewachsene Amateur-Jazzmusiker unter der Leitung von Dr. Klaus-Georg „Jockel“ Eulitz (heute Professor an der Dresdner TU) ihre bewundernswerte Erfolgs-Story ganz und gar selbst geschrieben. Ob der Fan übertreibt? Ja, ich bin ein Fan der Band, der noch ihre mutvollen Anfangsgründe miterlebt hat, ich bin einer ihrer Bewunderer und seit 2004 sogar ihr (einziges) Ehrenmitglied, aber Übertreibung? Was soll man über eine siebenköpfige Jazzband sagen, die vierzig Erfolgsjahre ohne einen einzigen personellen Wechsel geschafft hat ?!! Das ist in der Tat weltweit (!) einmalig wie auch sensationell und verrät mehr über die Band und ihr „Innenleben“ als es wohlfeile Worte auszudrücken vermögen. Nur eine als enge menschliche Gemeinschaft gewachsene und vom gemeinsamen musikalischen Ideal wahrhaft beseelte „Interessengruppe“ schafft den Aufstieg vom noch unausgegorenen, holpernden Start zu einer hochkarätigen Jazzband mit eigenständiger Spielweise und unverkennbarem Ensembleprofil. Zusätzlichen Ansporn -speziell in Dresden- verlieh eine regelrechte Welle an Publikumssympathie. Der am 29. Januar 1975 im ausverkauften Dresdner Kulturpalast gekürte Name BLUE WONDER JAZZ BAND, eine ebenso treffliche wie jazzige Bezugnahme auf Dresdens berühmtes Wahrzeichen „Das Blaue Wunder“ (um 1900 erbaute, blaufarbige Stahlhängebrücke über die Elbe), sollte weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus zu einem hochgeschätzten Dresden-Begriff werden.
Dennoch, Probleme gab es genügend, - subjektive, aber zum anderen auch objektive unter „DDR-Aspekt“. So waren eigene Schallplattenproduktionen verboten; die hierfür allein zuständige, staatliche AMIGA-Produktion lehnte jedoch eine LP mit der BWJB bis zuletzt strikt ab. Die offizielle Einfuhr von Jazz-Schallplatten (unabdingbares Handwerkszeug für JEDE Jazzband) war verboten, also nur illegal möglich. Die selbständige Durchführung von Konzerten, ohne einen „staatlichen Träger“, war verboten. Gastspiele in „westlichen“ Ländern (incl. BRD !) mussten für die Band ein ständiger Wunschtraum bleiben. Bis sich endlich im November 1989 mit der „Wende“ auch für die BWJB die Situation gewendet hat. So blickt die Dresdner Band seitdem mit Stolz auf bislang neun eigene CD-Produktionen sowie eine Video-Produktion, und die hiermit vorliegende „40“-CD ist nunmehr die zehnte. Darüber hinaus erntete die BWJB mit ihrem großartigen Musikantentum inzwischen in vielen europäischen Ländern (im Jahr 2000 sogar in Indien) wahre Ovationen.
Liebe „glorreiche“ Jubilare, herzlichste Gratulation! Möget Ihr noch lange so bleiben, wie Ihr seid. Und toi-toi-toi für alles Künftige!
Euer Mitstreiter und Fan Karlheinz Drechsel
Das Duo „SimmerZwei“ bilden die Mitglieder der Dresdner Blue Wonder Jazzband Gert Müller (Piano) und Lutz Käubler (Gesang und Percussion). Ihr Repertoire umfaßt klassische und moderne Jazzstücke in ganz eigener Interpretation, lateinamerikanische Musik bis hin zu freien Improvisationen.
Gegebenfalls präsentieren sie – je nach Veranstaltungscharakter – weitere Musiker als Solisten, so zum Beispiel den Trompeter Frank Bartsch, den Saxophonisten Christian Patzer oder den Posaunisten Christoph Hermann.
Sie bevorzugen den kleineren Veranstaltungsrahmen, wie zum Beispiel Vernissagen, Clubkonzerte oder auch private Feiern.
Außer den hier gezeigten Videos können weitere auch unter SimmerZwei - YouTube aufgerufen werden.